Dabei sein ist wichtig – aber nicht alles

Stuttgarter AthletInnen mit Handicap wollen auf den Special Olympics gewinnen!

Text und Fotos: Doris Kretzschmar

Vor dem ISS Dome Düsseldorf, dort war die Eröffnungsfeier

Vor dem ISS Dome Düsseldorf, dort war die Eröffnungsfeier

Mit einer Gesamtdelegation von 49 Personen reiste der TREFFPUNKT letzte Woche nach Düsseldorf. Dort fanden die Special Olympic National Summer Games, die olympischen Spiele für Menschen mit und ohne geistigem Handicap, statt. Ein Traum, der für die Stuttgarter AthletInnen in den Sportarten Fußball, Kanu, Tischtennis und Basketball ging in
Erfüllung nach dem Motto: Dabei sein ist alles?

Special Olympics1Weit gefehlt. Wenn Vicky Wuttke es diesmal nicht geschafft hätte, eine Medaille im Tischtennis- Einzel zu ergattern, wäre eine Welt für sie zusammengebrochen. Vor zwei Jahren in München, bei den letzten Spielen, verpasste sie knapp den Bronzeplatz. Das war sehr tragisch, aber in Folge auch Motivation regelmäßig zwei Mal wöchentlich zu trainieren. Und es hat sich gelohnt: Wieder ein „Endspiel“ um Platz 3, diesmal mit dem glücklichen Ende im knappen dritten Satz.Special Olympics3 Tränen flossen im Anschluss, die KonkurrentInnen lagen sich in den Armen. Das ist Special Olympics: Emotionen, Leidenschaft pur und Fairness – zumindest meistens. Die sieben Mannschaftskollegen mit dem Coach-Team Hans Hofmann und Frank Gesche fieberten und feierten ebenso mit!

Anders bei den TREFFPUNKT-Fußballern. Das erfahrene Team von Head-Coach Martin Lipp landete nach der Qualifizierungsrunde in einer vermutlich zu starken Gruppe. In der Qualifizierungsrunde wird versucht, möglichst homogene Leistungsgruppen zu ermitteln. Spielebeobachter bewerten zusätzlich die Leistungsstärke der Teams – über 1000 Fußballer waren in Düsseldorf am Start –eine Mammut Aufgabe! Die KicSpecial Olympics4kers vom TREFFPUNKT verloren nach ihrer Eingruppierung in ihrer Gruppe jedes Spiel und erreichten somit den 6. Platz. Eine große Aufgabe für Martin Lipp und seinem Co-Trainer Julian Knoth, die Mannschaft wieder aufzubauen. Die aber gelungen ist, schon auf der Heimfahrt im Bus freute man sich auf das nächste Turnier, die Baden-Württemberg Vorrunde in Bad Friedrichshall.

Fußball2Gemeinsam stark – das lebt besonders die Unified-Bewegung bei Special Olympics. SportlerInnen mit und ohne Handicap trainieren gemeinsam und gehen gemeinsam auf Wettkämpfe. Sie lernen voneinander und bauen gleichzeitig Barrieren und Grenzen beim gemeinsamen Hobby ab. Stark im Focus stand die Bewegung auch in Düsseldorf, insgesamt zwölf der 18 Sportarten haben in der Zwischenzeit Unified-Wertungen.

KanuAuch im TREFFPUNKT sind zwei Unified-Teams entstanden. Einige Kanuten des TREFFPUNKT sind nach Jahrzehnte langer Zusammenarbeit in die KGS, die Kanu Gesellschaft Stuttgart e.V. eingetreten und haben ihre PartnerInnen (SportlerInnen ohne Handicap) nach Düsseldorf mit gebracht. Die Unified-Disziplinen Kajak Zweier und Canadier Vierer sind eine besondere Leidenschaft der Trainingsgruppe, die sich donnerstags auf dem Neckar trifft.

Basketball2Die Erfolge in Düsseldorf sprechen auch für sich: Nahezu alle Unified-Boote landeten auf Medaillenrängen. Aber auch im Kajak Einer hatte die Truppe Erfolge zu vermelden. Ein erfolgreiches Team in Düsseldorf unter der Leitung des Coach-Teams Bettina Bürk und Dieter Heusler. Voll integriert sind auch die TREFFPUNKT Unified-Basketballer beim TV 89 Zuffenhausen e.V. Seit fünf Jahren trainiert das gemischte Team regelmäßig, vor zwei Jahren gewannen sie in München bei den letzten Spielen die Goldmedaille. Basketball3Dieser Platz sollte in Düsseldorf verteidigt werden, eine schwere Aufgabe, nachdem sowohl der Trainer aus beruflichen Gründen als auch ein Partner ganz kurzfristig verletzungsbedingt ausfielen. Philipp Staiger, Jugendwart des kooperierenden Vereins, erklärte sich kurzerhand bereit, das Team als Partner zu unterstützen. Philipp Kretzschmar, Sportstudent und ehemaliger Basketballer aus Zuffenhausen, sprang als Trainer in die Presche! Das gewagte Unternehmen fand im Vorbereitungstraining in Düsseldorf schnell zueinander und sorgte mit einem wiederholten 1. Platz für eine kleine Sensation.Disco

Nach der Abschlussfeier mit anschließender Athletendisco ging eine wunderbare, unvergessliche Woche für die 36 SportlerInnen und 13 Coaches und Partner des TREFFPUNKT zu Ende.

Und dabei sein ist wichtig. Die Special Olympic National Games, die größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung, wurde begleitet von großer öffentlicher Wahrnehmung. Die AthletInnen mit Handicap standen im Mittelpunkt, bekamen Wertschätzung für ihre persönlichen Leistungen, das stärkt vor allem das Selbstbewusstsein und den Weg in eine inklusivere Gesellschaft.

Weitere Foto-Eindrücke – © Doris Kretzschmar:

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