Verlorene Vergangenheit und geraubte Zukunft

Das (Ein-)Leben in der neuen deutschen Heimat wird Flüchtlingen nicht leicht gemacht. Statt der Abwehr, die immer noch in vielen Bereichen der Asylpolitik vorherrscht, muss eine Willkommenskultur geschaffen werden, die dazu befähigt, sich eine neue Existenz aufbauen zu können.

Erstmals ungekürzt erschienen im Jahresbericht 2013/14, Seiten 8-11. Von Gisela Vey

Kein Mensch vS.8-11_ci_syrian refugeeserlässt ohne Not seine Heimat. Seit jeher sind Flüchtlinge von der Sehnsucht nach einem sicheren Leben erfüllt. Sie entfliehen Terror, Unterdrückung und politischer Verfolgung und hoffen auf eine bessere Zukunft ohne Bedrohung und ständige Angst. Doch Europa will sie nicht. Seit die Europäische Union ihre Asylpolitik mit der Dublin-II-Verordnung von 2003 an die Außengrenzen verlagert hat, gehen die Grenzstaaten rigoros gegen illegale Einwanderer vor. Nicht wenige bezahlen ihre Flucht mit dem Leben.

Trotzdem erreichen jedes Jahr einige Tausende Männer, Frauen und Kinder auf gefahrvollen Wegen Deutschland. Hier erwartet sie zunächst bis zu drei Monaten untätiges Warten in einer Erstaufnahmeeinrichtung – ein großes, oft eingezäuntes Gelände mit Sicherheitsdienst, Kantine und Schlafsälen für viele Personen. Danach bestimmt ein spezieller Verteilungsschlüssel (der sogenannte Königsteiner Schlüssel), welchem Landkreis oder welcher Stadt sie zugewiesen werden. Für die Asylsuchenden ist es eine Art Lotterie, ob sie demnächst in einer Containerunterkunft hinter einem Industriegebiet zurechtkommen müssen, in einer kleineren Gemeinschaftsunterkunft oder in einer Wohnung leben können.

S.8-11_Migration_SteinAngelika Stein
Migrationszentrum Bad Cannstatt

„Die von uns betreuten Flüchtlinge waren im Laufe ihres Lebens Erlebnissen ausgesetzt, die weit außerhalb alltäglicher Erfahrungen liegen. Sie leiden zum Teil massiv unter den seelischen und körperlichen Auswirkungen dieser Erlebnisse mit tiefgreifendem Einfluss auf ihr jetziges Leben hier bei uns, in der Fremde, im Exil. Jeder Mensch, und damit auch jeder Flüchtling, benötigt zur Aufrechterhaltung seiner Menschenwürde eine ganzheitliche Grundversorgung. Nicht nur Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Erst wenn diese lebensnotwendigen Bedürfnisse weitgehend befriedigt werden, sind die Voraussetzungen geschaffen, das Erlebte langfristig zu verarbeiten.“

[…]
Lesen Sie mehr in unserem Jahresbericht 2013/14.

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