Wie und wo gelingt Pflege gut?

Weit weg ist näher, als du denkst.Ohne ausländische Frauen, die in deutschen Haushalten Pflegedienste übernehmen, könnten viele alte Menschen nicht mehr zu Hause wohnen bleiben. Doch alle diese Frauen zahlen oft einen hohen Preis dafür, dass Menschen bei uns gut versorgt sind. Unsere modernen Wohn- und Pflegekonzepte sind eine gute Alternative zur Entlastung der Familien.

Von Sabine Reichle. Dieser Artikel erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 03/2014, Seite 4-5.

Hilfebedürftige alte Menschen können in ihrem gewohnten Zuhause leben, wenn Familienangehörige bereit und in der Lage sind, Unterstützung im Alltag zu leisten. Meist geschieht das in Zusammenarbeit mit den Angeboten der offenen Altenhilfe und/oder ambulanten Pflegediensten. Zunehmend übernehmen diese Dienste auch ausländische Betreuungskräfte, vor allem Frauen aus Osteuropa. Sie ermöglichen – abseits der verordneten, ärztlichen Behandlungspflege – alten Menschen bei uns ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung. Rund 100.000 Frauen und wenige Männer sind in deutschen Haushalten beschäftigt. Ihre Situation wirft freilich Fragen auf: Unter welchen Bedingungen arbeiten diese Frauen, und welche Konsequenzen hat das für die eigene Familie?

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Foto: Deutscher Caritasverband e.V./ KNA-Bild

„Die Polin“, die Frau aus der Ukraine oder die Pflegekraft aus Rumänien kümmern sich meist rund um die Uhr um alte und pflegebedürftige Menschen. Sie tun dies fernab ihrer Heimat, müssen dafür ihre Familien zurücklassen und können sich nicht mehr um die eigenen pflegebedürftigen Verwandten kümmern. Viele Frauen sehen ihre Kinder nur noch alle paar Monate. Sie können nicht teilnehmen an deren Alltag, sind nicht da, wenn die Kinder ihrer Mama etwas Schönes erzählen wollen oder ihre Unterstützung in schwierigen Situationen brauchen. So werden in Deutschland Familien durch die Hilfe ausländischer Betreuungskräfte entlastet, aber in deren Heimat bleiben Kinder alleine und Familienangehörige unversorgt.

Viele der Frauen arbeiten in Deutschland für wenig Geld, sie haben keine Versicherung und bleiben mit den Problemen, die hier auf sie zukommen, meist alleine. Sie kennen oft nicht viel mehr als das Haus, in dem sie arbeiten. Die sozialen Begegnungen beschränken sich auf die Menschen, für die sie sorgen müssen. Andere soziale Kontakte, Menschen, mit denen man sich austauschen kann, fehlen oft.

Um gegen diese Missstände anzugehen, hat sich der Caritasverband für Stuttgart e.V. im Jahr 2011 dem Konzept „Caritas24 – zuhause gut betreut“ angeschlossen. Caritas24 soll für sichere und faire Arbeitsverhältnisse sorgen und für die schutzwürdigen Interessen der in Deutschland arbeitenden Frauen und ihrer Heimatfamilien eintreten. Caritas24 stellt sich auch der Aufgabe, die Familien, die diese Frauen beschäftigen, zu begleiten und bei Schwierigkeiten zu unterstützen. In Kooperation mit den Caritasverbänden in den Herkunftsländern wird sichergestellt, dass die vermittelten Frauen eine Schulung und einen Sprachkurs erhalten, der sie auf ihre Betreuungstätigkeit vorbereitet. Ziel ist zudem, nur solche Frauen zu vermitteln, bei denen die Trennung von ihrer eigenen Familie vertretbar ist.

Für den Caritasverband für Stuttgart e.V. übernahmen zunächst die Sozialstation St. Monika und dann das Bischof-Moser-Haus die Leitung des Projektes. Eine Sozialpädagogin führte Infoveranstaltungen durch und stellte das Projekt KooperationspartnerInnen und MultiplikatorInnen vor, beriet Angehörige und Interessenten. Eine gute Idee, verbunden mit viel Engagement, die bei der Zielgruppe auf viel Informationsbedarf und Wohlwollen stieß. Die Entscheidung für einen Vertragsabschluss fiel in den allermeisten Fällen dann aber doch für einen kostengünstigeren Mitbewerber aus.

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ADRESSEN

Informationen zur Pflege und Betreuung alter Menschen erhalten Sie:

Bereich Altenhilfe
Steinbuttstr. 25, 70378 Stuttgart
E-Mail: info-altenhilfe@caritas-stuttgart.de
Tel: 0711 84908-1074
Sie erreichen uns Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 16 Uhr
Bischof-Moser-Haus
Zentrum für ältere Menschen
Wagnerstraße 35, 70182 Stuttgart
Tel: 0711 21069-16, -17 und -19

Lesen Sie mehr in unserer Caritas vor Ort 3/14Weit weg ist näher, als du denkst.

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Ihre Ansprechpartnerin für kostenlose Bestellungen:
Christine Röder-Socci
Caritasverband für Stuttgart e.V.
Sozialmarketing
Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
Telefon: 0711 2809-2780
Telefax: 0711 2809-2411
c.roeder-socci[at]caritas-stuttgart.de

 

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