In Stuttgart gestrandet

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 016 Die Zahl der Kriege und Krisen in Afrika und im Nahen Osten nimmt zu und somit steigt auch die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. In der nächsten Zeit muss die Landeshauptstadt jeden Monat ca. 120 Flüchtlingen Unterkünfte zur Verfügung stellen. Was erwartet diese Menschen hier? Und was brauchen sie?

Von Gisela Vey. Dieser Artikel erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 04/2014, Seite 8-9.

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 001Im Novembernebel sehen die neu aufgestellten Systembauten beim Neckarpark verlassen und trostlos aus. Der frisch eingesäte Rasen muss erst noch wachsen, kaum jemand zeigt sich. Von den 243 Menschen, die in diesem Flüchtlingsheim Unterkunft finden werden, sind bisher ca. 180 Männer, Frauen und Kinder angekommen. Hier nach Bad Cannstatt hat sie die Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe geschickt, wo die meisten ihre Asylanträge gestellt haben. In Stuttgart warten sie nun darauf, wie ihr Leben weiter verlaufen wird.

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 006Diese Menschen sind vor Krieg, Terror, Unterdrückung und politischer Gewalt geflohen. Hinter jedem Versuch, Europa zu erreichen, steckt eine persönliche Geschichte. Und für die meisten war die Entscheidung, ihre Heimat und ihr bisheriges Leben zu verlassen, die schwierigste überhaupt. Auf der oft monatelangen Flucht haben sie Demütigungen, Folter, Vergewaltigungen und Willkür erfahren. Doch der Grund, warum sie Tausende von Kilometern zurückgelegt haben, spielt in Deutschland meist nur eine untergeordnete Rolle.

Welchen Weg nach Europa sie genommen haben, welche Grenzen sie dabei überquert haben, in welchem Land sie zum ersten Mal registriert wurden – das sind die entscheidenden Punkte. Die EU-Verordnung Nr. 604/22013, auch „Dublin III“ genannt, regelt, dass ein Asylantrag in dem EU-Mitgliedsstaat bearbeit werden muss, in dem ein Drittstaaten-Angehöriger zuerst erfasst wird. Das europäische Asylrecht beruht auf der Behauptung sozialer und rechtlicher Gleichheit in den einzelnen EU-Staaten. Die Wirklichkeit jedoch sieht anders aus, denn die Standards unterscheiden sich immens.

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 018 Die Chancen, bei uns als AsylbewerberInnen anerkannt zu werden, stehen oft schlecht. In der Regel bekommen Flüchtlinge eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, in Deutschland zu bleiben, bis über ihren Antrag entschieden ist. Das kann Jahre dauern, denn häufig werden nach einer Ablehnung die Gerichte bemüht. Aus humanitären Gründen können viele Flüchtlinge eine Zeit lang geduldet bleiben. Doch Abschiebungen – und damit Repressalien, Gefängnis und Tod im Heimatland – sind meist jederzeit möglich.

So beginnt am Ende der Flucht erstmal kein Ankommen, sondern eine Zeit des Wartens, der Einschränkungen und seelischen Belastungen. Zwar sind sie in Sicherheit – wofür viele Flüchtlinge sehr dankbar sind –, aber eine Perspektive haben sie nicht. Der Sozialhilfesatz, der ihnen zusteht, lässt keine großen Sprünge zu, nur das Notwendigste kann angeschafft werden.Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 012
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Lesen Sie mehr u.a. über unser neues Pilotprojekt OMID, das bereits in den ersten drei bis vier Wochen nach Ankunft der Flüchtlinge sozialpädagogische Beratungen und psychologische Betreuung anbietet, in unserer Caritas vor Ort 4/14Vom Licht im Schatten“.

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