243 Flüchtlinge, vier SozialarbeiterInnen und ganz viel Herz

Eine Zwischenbilanz aus der Flüchtlingsunterkunft im Neckarpark

von Yvonne Rixecker aus unserer Flüchtlingshilfe

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 014Als am 28.10.2014 die ersten 24 Flüchtlinge in die neue Unterkunft im Neckarpark einzogen, war einiges noch nicht fertig gestellt. Die Außenanlagen durften noch nicht betreten werden, die Hausfassaden waren noch nicht von ihren provisorischen Verkleidungen befreit, und die Heimleitung saß noch ohne Drucker, Kopierer
und Internet in ihren Büros.

Begrüßt wurden die ersten Flüchtlinge von etwa 15 Ehrenamtlichen, die sich um die Ausgabe der Erstausstattung und das leibliche Wohl kümmerten. Außerdem übernahmen sie die Begleitung der Flüchtlinge zur Bank, damit diese die Schecks mit ihren Leistungen einlösen konnten.

Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 005Am 30.10.2014 sollten die Systembauten im Neckarpark dann so richtig mit Leben gefüllt
werden. Die Erstaufnahmestelle in Karlsruhe meinte es besonders gut und schickte zwei Busse mit insgesamt 94 Flüchtlingen zur Unterbringung. Eine Zuweisung dieser Größenordnung fällt eher unter die Kategorie „seltenes Vorkommnis“ und erforderte daher organisatorische Höchstleistungen nicht nur von den SozialarbeiterInnen vor Ort, sondern auch von anderen wichtigen Protagonisten, wie beispielsweise dem Sozialamt der Stadt Stuttgart, das einige MitarbeiterInnen zum Außendienst entsandte. Zu guter Letzt waren auch wieder zahlreiche Ehrenamtliche vor Ort, die warme Suppe an die Neuankömmlinge verteilten. Die SozialarbeiterInnen sorgten währenddessen für die Unterbringung sowie das Dokumentieren der Ankunft. Erste Sorgen wurden anvertraut und Wünsche geäußert. So wurde die einen Tag zuvor mühsam erarbeitete Belegung der Zimmer in vielen Fällen verworfen, um jeder BewohnerIn mindestens eine WunschpartnerIn aufs Zimmer zu legen.

Heute nach fast drei Monaten sind die Flüchtlinge langsam angekommen in ihrem neuen Zuhause. Sie kommen mit ihren Problemen, Fragen und Sorgen zu den SozialarbeiterInnen und sorgen im Gegenzug durch das Übernehmen sogenannter 1,05-Euro-Jobs dafür, dass die Unterkunft sauber und wohnlich bleibt. Die Ehrenamtlichen
Flüchtlingsunterkünfte_Mercedesstraße_11-11-2014 012betreuen inzwischen eigenständig die im Haus eingerichtete Kleiderkammer und bringen immer mal wieder größere und kleinere Sachspenden vorbei. Diese Routine und die gegenseitige Wertschätzung macht die Unterkunft im Neckarpark zu einem Ort, an dem nach eigenen Aussagen alle gerne sind: BewohnerInnen, MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche.

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