OMID – Hoffnung für traumatisierte Flüchtlinge

von Doris Trabelsi, Fachdienstleitung Migrationsdienst und Projektleiterin

CVS Informationen_OMIDOmid kommt aus dem Persischen und bedeutet auf Deutsch Hoffnung. Wir wollen traumatisierten Flüchtlingen mit unserem Projekt die Hoffnung zurückgeben, irgendwann wieder das Gefühl für ein angemessenes Leben zu bekommen.

Von Fachleuten wird angenommen, dass bis zu 40% der in Deutschland lebenden Flüchtlinge schwer traumatisiert sind. Die psychosozialen Zentren in Stuttgart refugio stuttgart und PBV haben eine lange Warteliste. Die Wartezeit für ein erstes Gespräch beträgt mittlerweile mindestens 9 Monate.

Seit 1.Oktober 2014 haben drei erfahrene ProjektmitarbeiterInnen ihre Arbeit in drei großen Flüchtlingsunterkünften des Caritasverbandes Stuttgart aufgenommen. Zusätzlich stehen zwei PsychologInnen zur Verfügung, um in dringenden Fällen einen schnellen, direkten und unbürokratischen Zugang zu einer psychotherapeutischen Begleitung zu vermitteln.
Ganz wesentlich bei der Arbeit vor Ort in den Gemeinschaftsunterkünften ist, dass die ProjektmitarbeiterInnen sich Zeit nehmen können, um sich um traumatisierte Flüchtlinge und ihre Angehörigen zu kümmern. Es gibt keine Vorgabe wie viele Flüchtlinge pro Mitarbeiter zu begleiten sind. Wesentlich ist, dass der Hilfesuchende das Gefühl bekommt, hier ist jemand, der mir zuhört, der sich Zeit nimmt, der mich wichtig nimmt. Oft haben die Betroffenen noch nie mit jemanden über ihre Erlebnisse sprechen können, sei es aus Scham oder auch aus der Angst heraus, dass sich die Informationen negativ auf ihr Asylverfahren auswirken könnten.
CVS Informationen_OMID-001Die OMID MitarbeiterInnen vor Ort entwickeln auch Gruppenangebote, die für bestimmte Zielgruppen Entlastung bringen sollen. Beispielhaft ist die Tonfeldtherapie für Kinder aus Familien mit traumatisierten Angehörigen. Eine Traumatisierung in einer Familie wirkt sich auf das gesamte Familiensystem aus. Noch in der Entwicklung sind weitere therapeutische Angebote sowie Angebote für Frauen.
Im Laufe des Jahres 2015 wird im Projekt ein seelsorgerisches Angebot mit Seelsorgern aus verschiedenen Konfessionen aufgebaut. Als kirchlicher Träger sehen wir eine besondere Verantwortung darin, die Arbeit mit schwer Traumatisierten in einen interreligiösen Kontext einzubetten.
Das dreijährige Projekt „OMID“ ist ein Pilotprojekt, das in enger Kooperation mit den Bereichen Sucht- und Sozialpsychiatrische Hilfen sowie Jugend- und Familienhilfe durchgeführt wird. Es wird komplett aus Mitteln des bischöflichen Flüchtlingsfonds und Eigenmitteln der Caritas finanziert.

CVS Informationen_OMID-002Mehr Infos zu OMID

Ein Audiobeitrag zu OMID

Spendenkonto: IBAN: DE36600501010002159210 – BIC:SOLADEST600

Stichwort: „Hoffnung“

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s