Stolpersteine aus dem Weg räumen

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Damit Kleinkinder in Stuttgart gesund und geborgen aufwachsen können, stellen die Patinnen vom Projekt „Sonnenkinder“ jungen Familien oder allein erziehenden Müttern einen Teil ihrer Zeit und ihre persönlichen Erfahrungen ehrenamtlich zur Verfügung.

Von Gisela Vey. Dieser Artikel erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 01/2015, Seite 4-5.

Alle Eltern wünschen sich für ihr neugeborenes Kind einen guten Start ins Leben. Doch manchmal gehen eine Geburt und die erste Zeit danach auch mit Unsicherheiten und Sorgen einher. Das Neugeborene krempelt das ganze Leben um, denn alles verändert sich: die Partnerschaft, das Familienleben, die wirtschaftliche Situation, das Arbeitsleben. Dann ist es gut zu wissen, an wen man sich vertraulich wenden kann.

Mit dem Projekt „Sonnenkinder – Gesund und geborgen aufwachsen in Stuttgart“ steht der Caritasverband für Stuttgart allen Eltern zur Seite, die im Marienhospital und in der St. Anna Klinik ihre Kinder zur Welt bringen. Und zwar mit Rat und Hilfen von erfahrenen Hebammen sowie von gut ausgebildeten Fachkräften aus der sozialen Arbeit. Sie informieren, beraten und vermitteln auch weiter zu Behörden, zu Fachärzten oder zu Diensten anderer Wohlfahrtseinrichtungen.

© MANÜ! - photocase.de

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Nicht immer ist jedoch eine weitreichende Beratung nötig. Meistens sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die das Leben einfacher und freundlicher machen. Für Mütter, die von einer Sonnenkinder-Patin betreut werden, kann das ein Tipp im Umgang mit dem Baby oder die Begleitung zur nächsten Untersuchung sein. Da ist das Gespräch von Frau zu Frau wichtig und nicht unbedingt der fachliche oder medizinische Rat. Der Fachjargon spricht dann gern von „gleicher Augenhöhe“.

Deshalb sucht der Caritasverband für Stuttgart Frauen, die für ca. ein Jahr im Rahmen eines bürgerschaftlichen Engagements eine Familie mit einem Neugeborenen begleiten möchten. Irena Bauer, die sich bei den „Sonnenkindern“ hauptamtlich um die Ehrenamtlichen kümmert, beschreibt deren Aufgaben so: „Die Patinnen sollen die Mütter bzw. die Familie punktuell im Alltag entlasten. Deshalb sollten sie Erfahrung im Umgang mit Babys und Kindern haben sowie Zeit, sich regelmäßig zwei bis drei Stunden pro Woche zu engagieren.“

In der Praxis kann das bedeuten, mit dem Baby spazieren zu gehen, damit die Mutter einmal Zeit für sich hat. Oder die Patin spielt mit den Geschwisterkindern, damit die Mütter zu den Neugeborenen ungestört eine Beziehung aufbauen können. Oder man besucht zusammen die Wilhelma, ein Museum oder ein Schwimmbad. Auf jeden Fall sollte die Patin gut zu hören können und als Gesprächspartnerin bei Erziehungsfragen zur Verfügung stehen. Sie kann auch zu Arztterminen, in die Kindertagesstätte oder zu Behörden begleiten. Das ist für Mütter mit ausländischen Wurzeln oft sehr hilfreich.

Diese Erfahrung hat Andrea Röhm gemacht. Die 47-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder hat das letzte halbe Jahr eine Familie aus Moldawien betreut:

„Die junge Mutter hat immer das Gespräch mit mir gesucht. Sie wollte besser Deutsch sprechen lernen, damit sie auch Kontakt zu deutschen Müttern aufbauen kann. Wir sind dann zusammen in das Müttercafé gegangen, das vom Sonnenkinder-Projekt betrieben wird. Zuerst hat sie sich nicht recht getraut, mittlerweile geht sie ganz selbstverständlich allein dort hin. Das ist ein schöner Erfolg und ich bin froh, dass ich helfen konnte. Im Gegenzug habe ich viel über eine interessante fremde Kultur erfahren.“

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Der Austausch mit den Müttern, das genießt auch Viola Hellenschmidt als Sonnenkinder-Patin: „Diese Gespräche bringen mir persönlich sehr viel und der Kontakt zu jungen Menschen tut mir gut.“ Die 66-jährige Ruheständlerin betreut gleich zwei Familien und versteht ihr Ehrenamt als Unterstützung, Entlastung und Begleitung: „Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mir Spaß macht.“

In Irena Bauer finden alle Patinnen eine verlässliche Ansprechpartnerin, die bei der Klärung unterschiedlichster Fragen hilft:

„Die Patinnen werden bei Problemen nicht allein gelassen und erhalten fachliche Unterstützung durch Fortbildungen. Außerdem finden regelmäßig Austauschtreffen statt, die allen Patinnen mehr Sicherheit geben, denn man kann von den Erfahrungen der anderen profitieren.“

Vor einer Vermittlung führt sie mit allen Beteiligten ausführliche Gespräche und ist selbstverständlich beim gegenseitigen Kennenlernen dabei. „Die Chemie muss stimmen, sonst ist kein Vertrauen möglich. Es soll ja für alle Beteiligten eine spannende neue Erfahrung werden.“

Wenn Sie Interesse haben, eine Familie ehrenamtlich zu begleiten, wenden Sie sich bitte an:

Irena Bauer
Sonnenkinder
Fangelsbachstr. 19A, 70180 Stuttgart
Tel: 0711 60170312
www.sonnenkinder-stuttgart.de

Die Sonnenkinder-Patinnen werden unterstützt von Herzenssache Baden-Württemberg. Bitte unterstützen auch Sie die Sonnenkinder durch eine Spende.

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