Gewerbliche Schulen bieten jungen Flüchtlingen Ausbildungschancen

von Jyldyz Umetalieva und Yvonne Rixecker, Sozialarbeiterinnen in der Tunzhoferstraße und im Neckarpark

Homepage der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau

Gewerblichen Schule Im Hoppenlau

Zum Schuljahr 2014/2015 wurden elf Flüchtlinge aus der Flüchtlingsunterkunft
Tunzhoferstr. an der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau aufgenommen. Die Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Syrien, Kamerun und Afghanistan. Sie sind zwischen 18 und 30
Jahre alt. Sie sind nach Deutschland gekommen mit der Hoffnung, eine bessere Bildung
bzw. eine Arbeit zu bekommen. Für die Flüchtlinge in dieser Altersgruppe ist es nicht
einfach, eine schulische Maßnahme zu finden. Trotz zahlreicher Sprachförderungen
und Gesetzesänderungen im Bleiberecht verändert sich kaum etwas für die Flüchtlinge
in Ausbildung.

Die Gewerbliche Schule Im Hoppenlau hat als „Pionier“ eine VABO-Klasse eingerichtet.
VABO bedeutet Vorqualifizierung Arbeit/Beruf Ohne Deutschkenntnisse. Zentrales Ziel
der Schule ist es, jungen Menschen, die nach Stuttgart zugewandert sind und das 18.
Lebensjahr vollendet haben, in einer einjährigen Qualifizierung die Ausbildungsreife für
einen Ernährungsberuf zu vermitteln. Im ersten Schuljahr lernen die SchülerInnen intensiv
die deutsche Sprache. Nebenbei können sie Fachkenntnisse in den Qualifikationsfeldern
wie Fleisch- und Backtechnikum sowie Lebensmittelverkauf erwerben. In den genannten
Qualifikationsfeldern ist der Unterricht so gestaltet, dass die SchülerInnen im jeweiligen
Schuljahr ein mehrwöchiges Praktikum in einem Bäcker- bzw. Fleischerbetrieb ausüben
können. Das Praktikum soll als Orientierung auf das jeweilige Berufsfeld dienen.
Die vorqualifizierten und motivierten SchülerInnen haben danach die Möglichkeit,
eine Anschlussausbildung als BäckerIn, BäckereifachverkäuferIn, FleischerIn,
FleischfachverkäuferIn oder SystemgastronomIn zu erwerben.

Die LehrerInnen der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau wissen, wie schwer es
für die jungen Menschen mit Migrationshintergrund bzw. für die Flüchtlinge ist, eine
Praktikumsstelle zu finden. Deshalb haben sie am 11.3.15 verschiedene Gewerbe bzw.
Firmen eingeladen, um die tragfähige Kooperation mit ihnen aufzubauen. Zahlreiche
VertreterInnen von Gewerben, wie dem Supermarkt „real“, dem Hotel Am Wallgraben,
EuropeHotels, von Bäckereien, Metzgereien usw., sind zu der Veranstaltung gekommen.
Die SchülerInnen haben für sie ein kaltes Buffet vorbereitet. Die Leckereien haben sie
mit Hilfe der LehrerInnen zubereitet.
Die Veranstaltung war in drei Teile untergliedert: Im ersten Teil hat der Direktor der
Gewerblichen Schule das Konzept der VABO-Klassen vorgestellt. Im zweiten Teil
haben sich die SchülerInnen vorgestellt und ihre Wünsche geäußert, wer gerne wo ein
Praktikum machen möchte. Nach einer kurzen Pause hatten sie die Möglichkeit, die
VertreterInnen der Firmen näher kennenzulernen.
Die Veranstaltung war sehr erfolgreich.

Johannes-Gutenberg-Schule

Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart

Viele der Flüchtlinge haben Einladungen
bekommen und werden das Praktikum am 20.4.15 beginnen. Sie freuen sich darauf,
dass sie ihre Deutschkenntnisse, die sie bis jetzt erworben haben, endlich in der Praxis
umsetzen können. Einige von ihnen haben innerhalb von fünf bzw. sechs Monaten Deutsch gelernt. Sie verstehen fast alles und können in einfachen Sätzen antworten.
Sie sind sehr motiviert und zielstrebig. Nach dem Praktikum haben sie das Ziel, eine
Ausbildung zu bekommen.

Seit Februar 2015 bietet auch die Johannes Gutenberg Schule im Hallschlag eine
VABO-Klasse an. Damit reagierte man auf die immer größere Nachfrage und den
Bedarf bei jungen Flüchtlingen. Auch hier steht der Erwerb der deutschen Sprache
zunächst im Vordergrund. Das darauf folgende mögliche Ausbildungsangebot ist auch
hier groß und erstreckt sich von Ausbildungen zur BuchbinderIn, zur MediengestalterIn bis hin zur Grafik-DesignerIn. Sechs junge AsylbewerberInnen aus der Unterkunft am Neckarpark besuchen seit Februar das Angebot und berichten immer wieder begeistert von ihren Fortschritten.
Wir freuen uns mit ihnen für jeden Erfolg und wünschen ihnen, dass sie tatsächlich eine
Ausbildung bekommen.

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