„Wenn wir das schaffen, schaffen wir auch den Hauptschulabschluss!“

Ein erlebnispädagogisches Abenteuer mit der Schulsozialarbeit und SchülerInnen der 6. Klasse der Werkrealschule Uhlandschule

von Katharina Litsche aus unserer Schulsozialarbeit Uhlandschule, Mobile Jugendarbeit Rot

Schulsoz.arbeit Uhlandshöhe_Schutzhuette bei den Hoellenloechern 2015_1Einmal Wildnis und zurück ist ein Projekt, das seit einigen Jahren von der Mobilen Jugendarbeit mit Schulklassen durchgeführt wird, und die 6. Klasse der Uhlandschule in Stuttgart-Rot nahm diese Herausforderung an: Drei Tage wandern, draußen schlafen, selbst Lebensmittel besorgen, zusammen halten und vor allem durchhalten war angesagt!

Am ersten Tag fuhren wir gemeinsam mit dem Zug nach Entringen am Rande des Schönbuchs. Das Ziel: Leinfelden-Echterdingen. Also einmal durch den Schönbuch mit Karte und Gepäck und das als gesamte Gruppe. Angekommen am Startpunkt hieß es erst einmal für die Verpflegung zu sorgen, denn auf dem Weg zur ersten Schlafgelegenheit würde uns keine Einkaufsmöglichkeit mehr begegnen. Eine kleine Gruppe von SchülerInnen übernahm die Verantwortung für den Mittagssnack, das Abendessen und das Frühstück für den zweiten Tag. Pro Kopf stand der Gruppe ein Budget von 3 Euro zur Verfügung; mit diesem Geld mussten sie haushalten, also auch auswählen, was eine Gruppe von 24 Personen braucht. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellte, aber mit der Unterstützung der MitschülerInnen gelang die Aufgabe dann doch.

Schulsoz.arbeit Uhlandshöhe_Schutzhuette bei den Hoellenloechern 2015_2Die erste Etappe führte durch den Wald, über Bebenhausen, zu einer Schutzhütte, die leider nicht das hielt, was sie versprach. Da es zu regnen angefangen hatte und es in der Schutzhütte keine Möglichkeit für alle gab, im Trockenen zu schlafen, drohte die Stimmung zu kippen. Aber einige überlegten sich eine Lösung und so wurde mit Planen das Lager erweitert; manche SchülerInnen wuchsen förmlich über sich hinaus. Zusammengekuschelt und erschöpft schliefen dann letztendlich doch alle ein und waren sehr stolz, in dieser Situation nicht aufgegeben zu haben. Am zweiten Tag führte der Weg weiter in Richtung Dettenhausen bei Waldenbuch. Es zog ein ziemlich starker Sturm auf, der es uns nicht möglich machte, die zweite Nacht im Wald zu schlafen. Zu gefährlich! Bei einer Kakaopause entschieden wir, auch jetzt wieder nicht aufzugeben, sondern fragten im Rathaus von Dettenhausen um Unterschlupf und hatten Glück! Uns wurde das Gemeindehaus zum Übernachten angeboten, welches wir gegen eine kleine Gegenleistung nutzen durften. Ein paar SchülerInnen erklärten sich bereit, den Hof um die Kirche zu fegen und so durften wir umsonst im Aufenthaltsraum schlafen und auch die kleine Bücherei, die es dort gibt, für uns nutzen. So lagen ein paar Jugendliche dann mit mir in der Bücherei auf den Sofas und wir lasen uns aus unseren Lieblings-Kinderbüchern vor.

Für sie und mich ein Highlight!
Am nächsten Tag liefen wir noch bis Waldenbuch und entschieden uns von dort aus mit dem Bus nach Leinfelden zu fahren, da das Wetter so stark umgeschlagen hatte und der Weg durch den Wald nicht mehr passierbar war. In Leinfelden angekommen waren wir alle sehr müde aber auch sehr stolz auf uns! Für viele war das nach eigener Aussage das Härteste, was sie jemals bewältigt haben und
so kam es zu Aussagen wie: „Ich hätte niemals gedacht, dass ich das schaffen würde ohne mich abholen zu lassen!“ Oder: „Wenn wir das schaffen, schaffen wir auch den Hauptschulabschluss!“ Und natürlich auch: “Bin ich froh, wenn ich nachher in der Badewanne liege!“

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