Jahresbericht 2014/15: Herausforderungen der Stadtgesellschaft

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Im Juli erschien unserer Jahresbericht 2014/15

Einblicke in unsere Arbeit bieten ausgewählte Beiträge aus unserem neu erschienen Jahresbericht 2014/15 auch auf unserem Blog. Von Sabine Reichle.

“Stadt-Land-Zukunft” lautet die aktuelle Jahreskampagne der Caritas. Anders als in den vorhergehenden Jahren haben wir uns mit dem vorliegenden Jahresbericht nicht an diesem Motto orientiert. Die aktuelle Kampagne passt einfach nicht in unsere Großstadt.

Wir haben unseren Schwerpunkt auf die spezifischen Herausforderungen gelegt, die soziale Arbeit in einer Großstadt hat. Wir fragen, wie die Stadtgesellschaft mit den Menschen umgeht, die nicht in das erfolgreiche Getriebe moderner, urbaner Lebenswelten passen?

Wie wohnen Menschen, die sich die teuren Wohnungen in den schick sanierten Häusern nicht mehr leisten können? Und wie leben Menschen, die keinen Anschluß mehr an den Arbeitsmarkt finden?

Wir zeigen an aktuellen Beispielen, wie dem drohenden Aus für unsere erfolgreichen Projekte “Lederschmiede” oder „Stromsparcheck“, wie die Hilfen für langzeitarbeitslose Menschen immer mehr gestrichen werden und welche Folgen das für alle Menschen in der Stadt langfristig haben wird.

Im Jahresbericht 2014/15 berichten wir aber auch darüber, wo die Stadtgesellschaft gut auf Herausforderungen reagiert: Viele Ehrenamtliche, unterstützt und begleitet von den Fachleuten des Caritasverbandes, leisten wertvolle Arbeit in der Integration von Flüchtlingen. Menschen mit Behinderung erheben ihre Stimme und tragen ihren Teil dazu bei, dass eine inklusive Gesellschaft möglich wird. Und wir zeigen Ihnen, wie unsere Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe auf die Herausforderungen der Gesellschaft reagieren und selbst zu lebendigen Mittelpunkten in den urbanen Randlagen werden. Spannend ist auch, wie die neuen Medien und veränderte Lebensbedingungen die Lebenswelten der Jugendlichen in der Stadt beeinflussen und welche Antworten die Jugendhilfe darauf findet.

Die Stadtgesellschaft fordert uns alle heraus: Als Caritas sind wir dazu aufgerufen, mit daran zu arbeiten, dass die Stadt lebenswert für alle Menschen wird, die hier leben. Dabei mischen wir uns ein, fordern etwa mit anderen Sozialunternehmen mehr kommunale Verantwortung für langzeitarbeitslose Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger. Wir ergreifen Partei, für die, die unsere Unterstützung brauchen

Lesen Sie dazu im aktuellen Jahresbericht unsere Beiträge aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Caritasverbandes. Der Finanzteil enthält in gewohnter Weise unsere Daten zum Personalbereich, die Spendenbilanz sowie unsere Vermögens-und Finanzlage.

 

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Raphael Graf von Deym

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Ulrich Ahlert

Vorwort

 

von Raphael Graf von Deym und Ulrich Ahlert, Vorstände

 

erstmals erschienen auf Seite 5 im Jahresbericht 2014/15

 

Liebe Leserinnen und Leser,

„Weit weg ist näher, als du denkst“, „Familie schaffen wir nur gemeinsam“, „Jeder verdient Gesundheit“ – in den vergangenen drei Jahren haben wir unseren Jahresbericht thematisch an dem jeweils aktuellen Motto der Caritas Jahreskampagne orientiert.

In diesem Jahr weichen wir davon ab. Das aktuelle Caritas Jahresthema passt einfach nicht in unsere Großstadt. „Die Caritas-Kampagne 2015 „Stadt – Land – Zukunft“ legt ihren Fokus auf den Wandel im ländlichen Raum, da sich dort schon länger massive Veränderungen ausmachen lassen. Überalterung und Abwanderung vor allem junger Menschen in strukturstarke Regionen … . Darum gilt: Den Wandel
gestalten müssen alle zusammen.“ (vgl. Caritas.de)

Es trifft sicherlich zu, dass der Wandel im ländlichen Raum, die Abwanderung junger Menschen zum Beispiel, die Situation in einer Stadt wie Stuttgart mitbestimmt. Denn wer auf der Suche nach einem auskömmlichen Job ist, der orientiert sich hin zu den Ballungsgebieten, hin zur Metropolregion Stuttgart. Das wiederum verstärkt den Druck auf den Wohnungsmarkt, auf Grundstücks- und Mietpreise, auf Baukosten und auf die Verkehrsbelastung beispielsweise.

Wir wollen Ihnen berichten, welche Herausforderungen sich uns in der Großstadt stellen. Mit einer nahezu gleichbleibenden Zahl langzeitarbeitsloser Menschen, die nicht ins Berufsleben integriert werden können und für die in den vergangenen Jahren Fördermöglichkeiten nach und nach gestrichen wurden. Wir können Ihnen berichten, wie die Einrichtungen unserer Altenhilfe in urbanen Randlagen Infrastruktur und Angebote nicht nur für ältere Menschen bereitstellen. Wir erzählen Ihnen, wie die Erfahrungen von Menschen mit einer Behinderung das städtische Umfeld zu mehr Inklusion herausfordern. Das Thema mangelnder Wohnraum für einkommensschwache Familien und Einzelpersonen war und bleibt eine der großen Herausforderungen für unsere Arbeit. Genau wie die Herausforderung in der Arbeit mit randständigen Gruppen in der Sucht- und Sozialpsychiatrie. Lesen Sie, wie der etablierte Arbeitsansatz der Mobilen Jugendarbeit auf die sich verändernde Lebenswelt der Jugendlichen
in einer Großstadt reagiert. Und schließlich, wie in der Flüchtlingsarbeit Brücken gebaut werden zwischen Ehrenamtlichen, professioneller Sozialer Arbeit und den Hilfesuchenden Migrantinnen und Migranten.

Karitative, diakonische Arbeit in einer Großstadt versucht immer schon, die Not Einzelner oder Gruppen zu lindern und Teilhabe für benachteiligte Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Ganz konkret mit Beratung und Unterstützung, mit Wohnraum oder Behandlungsangeboten, mit Bildungs- und Freizeitangeboten. Sie ist eine Arbeit von Menschen für Menschen. In einer tiefen Überzeugung, dass Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden müssen. Aus diesem Grund bleibt diese Arbeit aber nicht auf den Einzelfall oder die Arbeit mit einer bestimmten Gruppe beschränkt. Unsere Arbeit
ist immer auch politische Arbeit, eine Arbeit an den Verhältnissen. Wir mischen uns ein in die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Wir ergreifen Partei, sind Anwalt
und Verteidiger von und für Menschen, denen in diesen Diskussionen kein Gehör geschenkt wird.

Allen Mitarbeitenden im Caritasverband, von den jungen Ehrenamtlichen im Freiwilligen Sozialen Schuljahr bis zu den Jungen Senioren, die in Pflegeheimen Unterstützung leisten, allen hauptamtlichen Beschäftigten in den vielfältigen Diensten gilt unser Dank. Sie alle leisten ihren Beitrag zur Verwirklichung unseres diakonischen Auftrags:

„Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“

Matth. 25, 35f.

Raphael Graf von Deym und Ulrich Ahlert
Vorstände Caritasverband für Stuttgart e.V.

[…]
Lesen Sie mehr in unserem Jahresbericht 2014/15.

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Ihre Ansprechpartnerin für kostenlose Bestellungen:
Christine Röder-Socci
Caritasverband für Stuttgart e.V.
Sozialmarketing
Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
Telefon: 0711 2809-2780
Telefax: 0711 2809-2411
c.roeder-socci[at]caritas-stuttgart.de

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