Mehr als nur ein Lebensmittelmarkt

3cap markt obertürkheim neubrandtDie CAP-Märkte feierten 2014 ihr zehnjähriges Bestehen. CAP-Märkte sind Integrationsfirmen, in denen schwer behinderte Menschen einen Arbeitsplatz finden. Sie tragen zur Verbesserung der Nahversorgung bei, bringen mit ihrem Angebot Lebensqualität in urbane Randlagen.

Erstmals erschienen im Jahresbericht 2014/15, Seite 19. Von Sabine Reichle

Die Genossenschaft der Werkstätten für Behinderte eG (GdW) in Sindelfingen hat das Konzept der CAP-Lebensmittelmärkte entwickelt. 2004 hat der Caritasverband für Stuttgart über die Markt und Service gGmbH je einen CAPMarkt in Ober- und in Untertürkheim eröffnet. In beiden Märkten werden auf einer Verkaufsfläche von rund 1.000 qm etwa 10.000 Artikel angeboten. Ihr Grundsortiment beziehen die CAP-Märkte von Edeka.

cap markt obertürkheim neubrandtWer den CAP-Markt in Obertürkheim betritt, kommt in einen ganz normalen Supermarkt: Frühlingsblumen stehen vor dem Laden, ein kleines Café lädt zur Pause nach dem Einkauf ein. Damit die CAP-Märkte wirtschaftlich arbeiten können, ihrer Aufgabe als Nahversorger gerecht werden und so Menschen mit Behinderung die Chance zur Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen können, brauchen sie Unterstützung.

CAP-Markt 013Die CAP-Märkte sind wie die meisten Integrationsunternehmen auf strukturelle Zuschüsse angewiesen. So sollen durch die sogenannten Lohnkostenzuschüsse die Belastungen des Arbeitgebers, die mit dem hohen Anteil an schwerbehinderten MitarbeiterInnen verbunden sind, ausgeglichen werden. Lohnkostenzuschüsse können von jedem
Arbeitgeber beantragt werden, der schwerbehinderte Menschen beschäftigt. Die Zuschüsse kommen vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) oder der Arbeitsagentur und betragen im Schnitt rund 15 Prozent der direkten Gesamtpersonalkosten. Ebenso bekommen die CAP-Märkte Investitionszuschüsse vom KVJS und der Aktion Mensch.

4cap markt obertürkheim neubrandtAls Integrationsunternehmen stellen sie die berufliche Einbindung von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. So ist es möglich, MitarbeiterInnen, die in den Neckartalwerkstätten, der Werkstatt für geistig behinderte Menschen des Stuttgarter Caritasverbandes, gearbeitet haben, die Chance auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu geben, an dem sie viel mehr als bisher mitten in einem „normalen“ Umfeld stehen. Als Mitarbeitende der Markt und Service gGmbH haben sie sich ganz bewusst gegen den Verbleib in den Neckartalwerkstätten und für einen Arbeitsplatz im CAP-Markt entschieden.

Als Wirtschaftsunternehmen in der Lebensmittelbranche müssen die Märkte aber auch betriebswirtschaftlich arbeiten. Und das tun sie: Seit der Gründung der CAP-Märkte hat sich der Umsatz jedes Jahr nach oben entwickelt. Von rund 3,1 Millionen Euro im Jahr 2005 auf knapp 6 Millionen im Jahr 2014. Zum zehnjährigen Jubiläum der CAP-Märkte in
Ober- und Untertürheim eine Erfolgsbilanz für alle.

Neubrandt“Die Mitarbeitenden haben sich mit ihrem ‚Seitenwechsel‘ gegen das Gegebene und für das Mögliche entschieden. Ohne Integrationsfirmen würde ein wesentliches Glied in der Kette der normalitätsorientierten Möglichkeiten fehlen. Wir sehen darin einen berufsethischen Auftrag, solche Möglichkeiten zu schaffen.”
Werner Neubrandt, Geschäftsführer Markt und Service gGmbH

 

Lesen Sie mehr in unserem Jahresbericht 2014/15.

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Strombergstraße 11
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Telefon: 0711 2809-2780
Telefax: 0711 2809-2411
c.roeder-socci[at]caritas-stuttgart.de

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