Wohnraum für alle

Best AWS Wohnraum für alle Wohnen in Stuttgart Es gibt sie: die Menschen, die sich die Wohnungen leisten können, in denen man zu zweit auf 150 Quadratmetern lebt. Und es gibt sie: Menschen, die über die Hälfte ihres kargen Lohnes in ihre Miete investieren müssen oder gar keine bezahlbare Wohnung finden. Wege aus dieser Wohnungsnot sucht der Caritasverband für Stuttgart.

Erstmals ungekürzt erschienen im Jahresbericht 2014/15, Seite 14-15. Von Sabine Reichle

Stuttgart ist eine reiche Stadt. Die Menschen, die Arbeit haben, verdienen gut, können sich die schönen Wohnungen der Stadt leisten, deren Mieten zu den teuersten in ganz Deutschland gehören. Und in Zukunft nicht billiger werden: Die Prognosen für den Mietspiegel der Stadt für die nächsten Jahre sagen aus: Wohnen in der Stadt wird immer teurer.

Blog IMG_1956Und dies, wo allenthalben eine Renaissance der Städte zu beobachten ist. Die Innenstädte sind wieder attraktiv geworden, besonders für junge, gut verdienende Menschen. Sie drängen in die Wohngebiete, die lange den Wohnraum für alle eher einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen vorbehalten waren. Wohnungen werden renoviert, Viertel werden schick. SoziologInnen bezeichnen diese Entwicklung mit dem Begriff der Gentrifizierung.

Doch die schöne, neue Welt hat nicht mehr viel Platz für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Wer nur durchschnittlich oder wenig verdient, ist bei hohen Mieten schnell von Armut betroffen, kann sich die Wohnung, in der er bisher lebte, nicht mehr leisten. Fast chancenlos sind mittlerweile jene, die aufgrund ihrer sozialen Situation auf dem Wohnungsmarkt besonders benachteiligt sind: Alleinerziehende Frauen, Menschen, die arbeitslos oder krank sind, Flüchtlinge, die eine Wohnung suchen, Wohnungslose oder junge Menschen ohne Ausbildung.

Die Situation für sie ist dramatisch: Wohnraum und vor allem preiswerter, sozialer Mietwohnungsraum wird immer knapper. In Stuttgart ist die Zahl der sozial gebundenen
Wohnungen zwischen 1987 und 2012 von rund 34.000 auf rund 16.000 zurückgegangen und für das Jahr 2017 werden nur noch 14.000 prognostiziert. Ein weiterer Blick auf die Zahlen: Im Oktober 2014 waren in Stuttgart 1.617 Menschen aufgrund ordnungsrechtlicher Maßnahmen in Hotels, Notunterkünften und Fürsorgeeinrichtungen untergebracht. In den Wohnangeboten der Hilfen nach SGB XII §67 – hier werden die Leistungen für Menschen geregelt, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind – befanden sich weitere 1.640 Menschen. Werden die 335 stationären Hilfsangebote abgezogen, so verbleiben knapp 3.000 Menschen aus beiden Segmenten, die über kurz oder lang ein Wohnangebot suchen. Circa 1.900 von ihnen leben in Angeboten, die von der „AG freie Träger“ vorgehalten werden. Um rund 20 Prozent angestiegen ist in den letzten vier Jahren auch die Zahl der Menschen, die Rat in den Fachberatungsstellen der Wohnungslosenhilfe suchen.

Manfred Blocher 2„Es bleibt noch ein langer Weg zu einer sozial ausgewogenen Wohnungspolitik, die eine Wohnraumversorgung aller Bevölkerungsteile einer Stadtgesellschaft sicherstellt.”
Manfred Blocher, Bereichsleiter Armut, Wohnungsnot und Schulden

[…]

Lesen Sie mehr in unserem Jahresbericht 2014/15.

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Caritasverband für Stuttgart e.V.
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Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
Telefon: 0711 2809-2780
Telefax: 0711 2809-2411
c.roeder-socci[at]caritas-stuttgart.de

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