„TREFFPUNKT 89er“ holen Bronze in Los Angeles

von Doris Kretzschmar (Text & Fotos) aus unserer Bildungs- und Begegnungsstätte Treffpunkt für Menschen mit Behinderung

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Siegerehrung und die überglücklichen Bronze-MedaillengewinnerInnen

Das Unified-Basketballteam Germany kehrt mit einem dritten Platz von den Special Olympics World Games aus den USA zurück 194 Athletinnen und ihre Betreuerinnen umfasste die deutsche Delegation bei den Special Olympic World Games in Los Angeles, den Weltspielen für Menschen mit geistiger Behinderung. Und unter ihnen präsentierte sich das nominierte Basketballteam „TREFFPUNKT 89er“ beeindruckend und erfolgreich.

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Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier, im Hintergrund das Memorial Coliseum

Es war die erste internationale Bühne für das Stuttgarter Unified-Team, eine Mannschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung auf Korbjagd gehen.

Für die SpielerInnen und TrainerInnen des Kooperations-Models zwischen dem TREFFPUNKT des Caritasverbandes für Stuttgart e.V. und der Basketballabteilung des TV 89 Zuffenhausen e.V. ging damit ein langersehnter Traum in Erfüllung, der am Ende noch mit dem 3. Platz belohnt wurde.Die 13-köpfige Mannschaft – sechs SpielerInnen davon mit Handicap, vier SpielerInnen ohne und drei TrainerInnen – startete am 21.7. ihr 14-tägiges Abenteuer. Nach einem 3-tägigen „Host Town-Programm“, dem Gäste- und Eingewöhnungsprogramm, zog das Team zu der eigentlichen Sportstätte auf dem Campus des USC, der University Southern California, um. Erlebt hatte die Mannschaft bis dahin viele Welcome-Partys, Besichtigungen von Hollywood bis Longbeach und einen Empfang bei der Deutschen Botschaft. Auf dem Campus der USC beeindruckten dann vor allem Begegnungen mit vielen Kulturen und Menschen aus aller Welt. Die unterschiedliche Sprache war zu keinem Zeitpunkt ein Handicap, der Spirit der Special Olympics – gemeinsam sind wir stark und dabei sein ist alles – war von Anfang an zu spüren.

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Freizeit am Long Beach

Noch am Tag der Eröffnungsfeier hatte das Basketballteam Germany die ersten vier Begegnungen gegen Spanien, Südafrika, Zypern und Kenia. Dann ging es auf die spektakuläre Eröffnungsfeier. Insgesamt 10 000 Athletinnen und ihre Coaches marschierten in das Memorial Coliseum von LA ein, das mit 90.000 Zuschauerinnen ausverkauft war. Das war Gänsehaut-Feeling pur und viele berühmte Gäste, von Michelle Obama bis Stevie Wonder, zelebrierten mit jubelnden Fans eine wahnsinnige Feier mit abschließendem Feuerwerk. Nach überwältigenden Eindrücken und einer kurzen Nacht ging es wieder aufs Parkett. Ein erträumtes Spiel gegen die USA/New York wurde wahr und die StuttgarterInnen gewannen dies ebenso wie das gegen Luxemburg. Gegen Mazedonien und die Elfenbeinküste gab es knappe Niederlagen. Somit war die Qualifikationsrunde unter speziellem Reglement beendet, das Team war in ihre leistungshomogene Gruppe eingeteilt.

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Spiel gegen die Elfenbeinküste und gegen Namibia

Die „Medal Round“, ab jetzt mit 4 x 6 Minuten Spielzeit nach üblichen Basketballregeln, begann gegen die starken Namibier. Diese waren zwar körperlich unterlegen, aber deren Athletik und Schnelligkeit war nicht so schnell in den Griff zu bekommen. Nach einem 3-er Wurf der Afrikaner kurz vor Schluss, wurde die Begegnung nur denkbar knapp mit einem Punkt (23:22) gewonnen. Gegen Zypern konnte man am Tag drauf leider nicht mit einem Sieg anknüpfen. Am Kampfgeist und der Motivation fehlte es nicht. Das Team präsentierte sich allerdings nervös, verursachte viele Ballverluste und verschenkte somit sonst sichere Korbleger. Das verlorene Match mit 26:36 fiel deutlicher als nötig aus und war letztendlich im Gesamtergebnis besonders dramatisch.

BEH_Treffpunkt_LA_Juli 2015_0635Im darauffolgenden Spiel gegen Kasachstan ging es leider nicht immer fair zur Sache. Nach Disqualifikationen von gegnerischen Spielern war man froh, unverletzt und als Gewinner vom Feld zu gehen.
Doch dann das beste Spiel der StuttgarterInnen zum Schluss gegen die Österreicher. Nahezu alle SpielerInnen haben in dieser Begegnung gezeigt, was sie können, haben Verantwortung übernommen. Ohne die starke Defense hätte man keine Chance gegen die bis dahin ungeschlagenen Österreicher gehabt. Der Spielverlauf war nichts für schwache Nerven. 53 Sekunden vor Spielende stand es 18:18, ein Freiwurfduell endete für TEAM GERMANY glücklich mit 22:18.

BEH_Treffpunkt_LA_Juli 2015_0377Die Mannschaft freut sich riesig über die Bronze-Medaille. Mit ein paar Punkten mehr wäre sogar Gold möglich gewesen. Mit dem Sieger Zypern und den zweitplatzierten Österreichern waren die Teams dieser Gruppe auf Augenhöhe. Bei der Abschlusszeremonie erlosch das Olympische Feuer, doch nicht der Olympische Geist. Die Feier endete mit glücklichen AthletInnen aus alle Welt, die ausgelassen auf den Beat von Jarley Ray Japsen und der Band O.A.R. tanzten. Das „TREFFPUNKT 89er“ Unified Team hat viele bleibende Eindrücke mit nach Hause genommen. Als InklusionsbotschafterInnen Deutschlands können sie stolz auf sich sein.

Hier nun weitere Foto-Eindrücke von (c) Doris Kretzschmar.

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