Ein Plus für die Teilhabe

Im Kampf gegen die Folgen von Sucht und Abhängigkeit bekommt der Stuttgarter Caritasverband jetzt Unterstützung: den Biopharmakonzern AbbVie und die Deutsche Leberhilfe. Gemeinsam wurde das Aktionsbündnis „PLUS“ gestartet. Dieser Beitrag von Gisela Vey erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 03/2015, Seite 9.

Logo Aktionsbündnis PlusMenschen, die Drogen konsumieren, führen ein riskantes Leben. Die Abhängigkeit produziert eine Menge vielschichtiger Probleme: medizinisch, psychisch, sozial. Im Klartext heißt das: gesundheitliche Schäden, zerstörte Partnerschaften und Familien, gesellschaftlicher Abstieg durch Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Die Sucht bestimmt den Tagesablauf, das gesamte Handeln, Denken und Fühlen.

Drogenabhängige aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen und ihre Lebensqualität zu verbessern ist das Ziel des neuen Kooperationsprojekts „PLUS“. Da ist zum einen der Pharmakonzern AbbVie, der u.a. im Therapiebereich der chronischen Hepatitis C (HCV) arbeitet und forscht. Hinzu kommt die Deutsche Leberhilfe, die als Patientenorganisation bei HCV-Erkrankungen Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Und der dritte Partner ist der Caritasverband für Stuttgart mit seiner Suchtberatung und -behandlung, den Wohn- und Betreuungsangeboten sowie den Freizeitangeboten für suchtkranke Menschen.

Nun soll es für sie bei der Stuttgarter Caritas zusätzliche Maßnahmen geben nach dem Motto „teilnehmen, teilhaben, Teil sein“. Für dieses „Plus“ werden neue Personalstellen (insgesamt 200 % verteilt auf vier Köpfe) geschaffen. Finanziert werden sie von AbbVie, denn der Pharmakonzern möchte sich neben der Erforschung und dem Vertrieb von HCV-Medikamenten auch für eine verbesserte Lebenssituation der Infizierten einsetzen. Circa 60 bis 80 Prozent der Menschen, die intravenös illegale Substanzen konsumieren, haben den Hepatitis C-Virus. Da eine Infektion zunächst nicht spürbar bzw. schmerzfrei ist, wird sie häufig Jahre lang nicht wahrgenommen. Unbehandelt kann sie allerdings zu Leberzirrhose, Leberkrebs und zum Tod führen.

Meist verdrängen und negieren Suchtkranke diese Probleme, und deshalb ist die Deutsche Leberhilfe mit im Boot. Sie klärt LeberpatientInnen, Angehörige und Ärzte über die Gesundheitsgefahren auf und hat nun die Chance, Konsumierende direkt für das Thema Hepatitis C zu sensibilisieren. Dafür werden die Mitarbeitenden der Caritas Suchthilfe geschult, so dass zusätzliche Hilfen, die zur gesundheitlichen und psychosozialen Stabilisierung Abhängiger beitragen, initiiert und koordiniert werden können.

Geplant sind Angebote, die das Gesundheitsbewusstsein und den Gesundheitszustand fördern sowie Angebote, die helfen, den Alltag zu bewältigen und den Tag zu strukturieren. Es wird Kompetenztrainings geben, um vorhandene Ressourcen zu stärken und Selbstvertrauen aufzubauen. Und außerdem werden Angebote für die Freizeitgestaltung, z.B. künstlerische oder sportliche Aktivitäten, vorbereitet. Wie so etwas aussehen kann, erfahren Sie im Bericht über die Druckwerkstatt.

Lesen Sie mehr in unserer Caritas vor Ort 3/15Eine Stadt für alle

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