Eine Kooperation, die Wirkung zeigt

S.4-5_Logo-Demenzfreundliches-Bad-CannstattDr. med. Katrin Gebicke von der Bürgerstiftung Stuttgart moderiert den Runden Tisch in der Projektgruppe „Demenzfreundliches Bad Cannstatt“. Die Fragen zu den Aufgaben und Zielen sowie zur Zusammenarbeit stellt Sabine Reichle. Dieses Interview erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 03/2015, Seite 4.

„Demenzfreundliches Bad Cannstatt“: Welche Aufgabe hat die Bürgerstiftung?

Die Bürgerstiftung Stuttgart ist eine Beteiligungsstiftung und Plattform für Vernetzung über Gesellschaftssäulen oder Sektorengrenzen hinaus. In diesem Projekt sieht sie eine große Chance: Hier zieht die Stadt mit sozialen Organisationen und Einrichtungen an einem Strang, Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich, örtliche Banken und Stiftungen machen mit, die Einbindung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen soll gestärkt werden. Das heißt, immer mehr Menschen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Sozialwirtschaft, freier Wirtschaft und Stiftungen bringen das Projekt gemeinsam voran. Denn nur gemeinsam können wir strukturelle und gesellschaftliche Veränderungen bewirken und so die Situation für Menschen mit Demenz dauerhaft verbessern.

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Foto: Deutscher Caritasverband e.V./ KNA-Bild

Welchen Part übernimmt der Caritasverband für Stuttgart?

Den Runden Tisch „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Bad Cannstatt“ treiben Jochen Ostertag vom Stuttgarter Caritasverband und ich schon seit 2011 voran. Wir haben uns Gedanken gemacht, Projektskizzen entworfen und viele Gespräche mit Menschen vor Ort geführt. Da wir viel erreichen möchten, Bad Cannstatt ein großer Stadtbezirk ist und es schon viele Aktivitäten und Akteure „im Feld“ gibt, war es klar, dass dieses Projekt nur mit einer hauptamtlichen Koordination gelingen kann. Dass die Caritas Stuttgart das Projekt gestartet hat und hier in Vorleistung getreten ist, finde ich toll. Ich habe den Eindruck, dass es auch von den anderen Akteuren sehr wert geschätzt wird.

Welche Erfahrungen haben Sie bis jetzt gemacht? Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Wie finden, wie arbeiten die einzelnen Akteure zusammen?

Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv. Jochen Ostertag hat von Anfang an viele Gespräche geführt, zum Mitmachen eingeladen und der Runde Tisch ist immer weiter gewachsen. Das spricht dafür, dass immer mehr Akteure an ein Gelingen glauben. Der Umgang ist sehr respektvoll – sowohl vor den anderen Personen als auch vor der Arbeit und dem Engagement jedes Einzelnen. Vor allem die ehrenamtlich Engagierten genießen ein hohes Ansehen. Hier müssen wir am Runden Tisch noch eine Struktur finden, um Engagement noch einfacher zu ermöglichen und zu kommunizieren.

Mittlerweile hat sich ein großes Netzwerk gebildet. Welche Aufgaben stellen sich die Partner und welche Unterstützung braucht das Projekt heute und in Zukunft?

Vor allem braucht es die Bad Cannstatterinnen und Bad Cannstatter: Wir alle kennen Menschen mit Demenz oder einfach Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Oder wir kennen Verwandte, Freunde und Nachbarn, die pflegen. Zu helfen ist gar nicht so schwer: Beim Einkaufen helfen, mal eine Suppe vorbei bringen, keine Angst haben. Letzte Woche hat mir eine Freundin von einem Zettel in ihrem Treppenhaus erzählt, dort stand: „An die ältere Dame im dritten Stock: Es ist so heiß! Ich kann gerne für Sie einkaufen. Melden Sie sich einfach.“ Die Aufgabe der Initiative besteht darin, solche Beispiele zu sammeln und zu verbreiten, zu verstärken, Menschen zu ermutigen und Projekte anzustoßen. Dafür braucht es personelle Ressourcen für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Koordination. Und die Initiative braucht Geld für Vortragshonorare, Plakate, Umfragen, den geplanten Marktstand oder eben das, was die Bad Cannstatterinnen und Bad Cannstatter vorhaben auf dem Weg zum demenzfreundlichen Stadtbezirk.

Im Projekt „Demenzfreundliches Bad Cannstatt“ engagieren sich mittlerweile fast 20 KooperationspartnerInnen. Eine Übersicht finden Sie hier.

Headerbild: SeniorInnengruppe in unserem Bischof-Moser-Haus.

Lesen Sie mehr in unserer Caritas vor Ort 3/15Eine Stadt für alle

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