Orte und Menschen, auf die Verlass ist

Gestrauchelt, den Anschluss verpasst, das Leben nicht in den Griff bekommen – schwierige Situa­ tionen gehören zum Leben. Oft lassen sie sich nicht ohne Unterstützung meistern. Dann ist es hilf­ reich, wenn es Zufluchtsorte gibt, die Hoffnung in die Herzen bringen und Perspektiven aufzeigen. Dieser Beitrag von Gisela Vey erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 04/2015

CvO_4-2015_Seite-4Gute Zeiten, schlechte Zeiten gibt es nicht nur im Fernsehen, sondern auch im realen Leben. Doch da lassen sich Probleme oft nicht so schnell und einfach lösen, wie es das Drehbuch vorschreibt. Da steht man nach einem Sturz nicht immer sofort wie­ der auf, rückt das Krönchen zurecht und geht weiter. Da lassen sich Krisen, Sorgen, Ängste oder Verluste nicht ohne Hilfe und Beistand bewältigen.

Jeder Mensch braucht einen Ort, der Schutz bietet, einen Raum, der Geborgen­ heit gibt, einen Bezugspunkt, an dem man Gleichgesinnte trifft. Dort kann man ent­ spannen, Kraft tanken, Kontakte pflegen oder Anregungen erhalten. Für Menschen mit sozialen Schwierigkeiten sind Orte wichtig, wo sie so sein dürfen, wie sie sind. Wo sie niemand schief anguckt, obwohl man ihnen Armut, Sucht und seelische Beeinträchtigungen ansieht. Wo Schei­ tern, Misserfolge und existentielle Not nicht als gesellschaftliche Provokation empfunden werden. Der Caritasverband für Stuttgart bietet solche Zufluchtsorte.

Nicht immer ist das Selbstbewusstsein so groß, sich Unterstützung einfach zu holen. Oft nagen Armut, Scham oder Fehlschläge am Selbstwertgefühl. Dann braucht man mehr denn je Menschen, die einem mit Achtung begegnen. Die geduldig zuhören und Wege aus der Krise aufzeigen kön­ nen. Und genau diese Menschen gibt es in den unterschiedlichen Anlaufstellen bei der Stuttgarter Caritas.

Sie sind nicht nur zu finden in den Bera­tungsstellen für die gezielte und individu­ elle Betreuung, sondern auch in den Tages­ und Begegnungsstätten, wo man sich als armer, wohnungsloser, suchtkranker oder psychisch kranker Mensch aufhalten kann. Wo man (warmes) Essen und Getränke zum Selbstkostenpreis bekommt und seine Kleidung in der Kleiderkammer tauschen kann. Wo man andere Leute in ähnlichen Situationen trifft, aber eben auch Caritas­ Mitarbeitende, die zuhören und bei Be­ darf Unterstützung anbieten.

Das kann ein Tipp, eine Auskunft, ein kurzes Gespräch sein, aber ebenso eine ausführliche Beratung, eine Weitervermitt­ lung in andere Dienste oder der Beginn ei­ ner Therapie oder Suchtentwöhnung. Ge­ meinsam mit dem oder der Ratsuchenden wird geschaut, was gerade möglich ist. Wie klein oder groß die Schritte sind, bestim­ men die Menschen, die zu uns kommen, selbst, denn jede und jeder ist Experte in eigener Sache. Die Caritas­Mitarbeite­ rInnen stehen unterstützend zur Seite, sind AnsprechpartnerInnen und bieten Verläss­ lichkeit.

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