Jede/r braucht ein Zuhause

Für wohnungslose und arme Menschen ist die Tagesstätte in der Olgastraße 46 ein Stück Heimat. Dieser Beitrag von Gisela Vey erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 04/2015

CvO_4-2015-Seite-5Ein Zuhause ist der Ort, wo die mensch­ lichen Bedürfnisse nach Sicherheit, Unab­ hängigkeit, Ungestörtheit und Selbstbe­ stimmung gelebt werden können. Leben ohne eigene Wohnung oder auf der Straße bedeutet Verarmung und soziale Isolation. Wer obdachlos ist, in einem Sozialhotel oder Heim wohnt, dessen Privatleben findet meist in der Öffentlichkeit statt: in Parkan­ lagen, Kaufhauspassagen, Bahnhöfen oder auf öffentlichen Plätzen. Da ist eine An­ laufstelle, die Geborgenheit gibt, die Schutz und Rückzug bietet, enorm wichtig. Continue reading

Herausforderungen der Stadtgesellschaft – theologische Anmerkungen

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Dr. Joachim Reber

Erstmals ungekürzt erschienen im Jahresbericht 2014/15, Seiten 6-7. Von Dr. Joachim Reber aus unserer Mitarbeitendenseelsorge und spirituellen Bildung

Es ist eine gute Tradition, dass sich im Jahresbericht des Caritasverbands für Stuttgart auch ein Impuls findet, der das jeweilige Schwerpunktthema theologisch beleuchtet. Was aber lässt sich theologisch sagen über die Herausforderungen der Stadtgesellschaft?

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Jahresbericht 2014/15: Herausforderungen der Stadtgesellschaft

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Im Juli erschien unserer Jahresbericht 2014/15

Einblicke in unsere Arbeit bieten ausgewählte Beiträge aus unserem neu erschienen Jahresbericht 2014/15 auch auf unserem Blog. Von Sabine Reichle.

“Stadt-Land-Zukunft” lautet die aktuelle Jahreskampagne der Caritas. Anders als in den vorhergehenden Jahren haben wir uns mit dem vorliegenden Jahresbericht nicht an diesem Motto orientiert. Die aktuelle Kampagne passt einfach nicht in unsere Großstadt.

Wir haben unseren Schwerpunkt auf die spezifischen Herausforderungen gelegt, die soziale Arbeit in einer Großstadt hat. Wir fragen, wie die Stadtgesellschaft mit den Menschen umgeht, die nicht in das erfolgreiche Getriebe moderner, urbaner Lebenswelten passen?

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Zukunft gestalten – sozialen Ausgleich schaffen

Caritasdirektor Ulrich Ahlert beendet im Sommer 2015 seinen aktiven Dienst im Caritasverband für Stuttgart. Im Gespräch mit unserem Pressesprecher Friedemann Müns-Österle blickt er auf 15 Jahre Caritasarbeit in der Landeshauptstadt zurück.

Erstmals erschienen im Jahresbericht 2014/15, Seiten 8-11.

Ulrich Ahlert

Ulrich Ahlert

Herr Ahlert, seit dem Jahr 2000 sind Sie Vorstand des Caritasverbandes für Stuttgart. In diesem Sommer gehen Sie in den Ruhestand. Wenn Sie auf die vergangenen fünfzehn Jahre zurückblicken, welchen Stellenwert hatten soziale Themen in Stuttgart vor fünfzehn Jahren, welchen haben sie heute?

Ulrich Ahlert: Wenn ich zurückschaue dann würde ich sagen, dass Stuttgart über die vielen Jahre hinweg eine soziale Stadt geblieben ist, die sich um eine gute soziale Grundversorgung der Menschen und um ein hohes Maß an Integration bemüht. Wo die Verantwortlichen auch bereit sind, sich verschärfende soziale Konflikte und Problemlagen anzupacken. Natürlich gab es Unterschiede in der Gewichtung, auch bedingt durch politische Mehrheiten, aber ich glaube, diese Grundhaltung einer liberal und offen geführten Großstadt ist geblieben. Eine Grundhaltung, die aus meiner Sicht am stärksten Oberbürgermeister Rommel, den ich persönlich noch erlebt habe, geprägt hat.

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Vielfalt als Chance

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Ulrich Ahlert

Die interkulturelle Öffnung zeigt sich auch in einer interreligiösen Offenheit unseres Verbandes.

Erstmals erschienen im Jahresbericht 2013/14, Seite 36. Von Ulrich Ahlert, Caritasdirektor

„Der Caritasverband für Stuttgart e.V. ist der Wohlfahrtsverband der Katholischen Kirche in Stuttgart.“ Alle Stellenausschreibungen des Verbandes sind mit diesem Satz überschrieben, der Fragen aufwirft: Werden nur KatholikInnen eingestellt? Können sich auch Menschen mit einer andern Religionszugehörigkeit bewerben?

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In Stuttgart zuhause oder nur geduldet?

Wie steht es um die Willkommenskultur für Flüchtlinge und AsylbewerberInnen in Stuttgart?

von Gisela Vey. Dieser Artikel erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 01/2014, Seiten 8-9.

Seit einiger Zeit wird wieder verstärkt über Asylpolitik, Zuwanderung und Flüchtlingskontingente diskutiert. Die Schreckensbilder von Lampedusa haben Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Weihnachtsansprache dazu veranlasst, die Deutschen zu mehr Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und AsylbewerberInnen aufzurufen: „Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Krieg und Hunger, Verfolgung und Not. … Tun wir wirklich schon alles, was wir tun könnten?“

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Gut wohnen in Stuttgart?

Preiswerter Wohnraum ist in Stuttgart seit Jahren Mangelware. Wird es für Menschen mit geringem Einkommen bald kein Dach mehr über dem Kopf geben?

von Friedemann Müns-Österle. Dieser Artikel erschien erstmals in der Caritas vor Ort, Ausgabe 01/2014, Seiten 4-5.

Das schreiben wir nun schon seit Jahren: „Die Situation am Stuttgarter Wohnungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.“ Was zur Kommunalwahl 2009 festgestellt wurde, gilt auch für 2014 noch: Die Stadt verfügt über zu wenig preiswerte Wohnungen. Das macht es vor allem für Menschen mit geringem Einkommen schwer oder unmöglich, an geeigneten Wohnraum zu kommen. Tendenziell hat sich die Situation sogar noch verschlechtert, da Mietpreisbindungen auslaufen und die Neubautätigkeit im Sozialwohnungsbau gegen Null geht.

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